Reprint V

Inhalt:

Durch kaiserliches Dekret Napoleons vom 26.12.1810 wurden alle Länder Norddeutschlands unmittelbar mit dem Französischen Kaiserreich vereinigt, soweit sie nördlich einer von der Lippemündung bis Lauenburg an der Elbe reichenden Linie lagen.
Damit gelangte der größte Teil des 1802 aufgelösten Fürstbistums Münster direkt an das Kaiserreich Frankreich. Entsprechend der französischen Staatsverfassung wurden die annektierten Gebiete in Departements, diese wiederum in Arrondissements und letztere in Kantone gegliedert.

Mehrere Bürgermeisterein-Mairien-bildeten einen solchen Kanton.

 

Eines dieser Departements war das Departement de la Lippe - Departement der Lippe - , das sich in die vier Arrondissements Münster, Steinfurt, Rees und Neuenhaus gliederte.

In erstaunlich kurzer Zeit erfolgte in den neuen Gebieten, die z.T. zu ganz unterschiedlichen Herrschaften gehört hatten, die Einführung der französischen Verwaltungs- und Gerichtsverfassung. Genau so erstaunlich ist es, dass bereits Ende 1812 ein Behördenverzeichnis als "Almanach des Lippe-Departements für das Jahr 1813" von Joseph von Münstermann erstellt war, das die Behördenstruktur vom Präfekten bis in die einzelnen Mairien und Gerichte widerspiegelte.

 

Der Almanach für das Jahr 1813 ist heute nur noch in wenigen Exemplaren vorhanden. Der Heimatverein Vreden beschloss daher, diesen nachzudrucken und ihn in seine Reihe "Vredener Reprints" aufzunehmen, in der in den Jahren von 1985 bis 1996 die Hochstifts Münsterischen Hof- und Adreß-Calender der Jahre 1776, 1786 und 1796 als Nachdruck erschienen sind.

Die Vorlagen für den Nachdruck lieferte das Staatsarchiv Münster, dem hierfür herzlich gedankt sei.