Neue Forschungen zu St. Felicitas in Vreden 
Buch des Heimatvereins Vreden wurde feierlich vorgestellt

 

Zu einer besonderen Veranstaltung hat der Heimat- und Altertumsverein der Vredener Lande e.V. gemeinsam mit der Kath. Kirchengemeinde St. Georg am Donnerstag, 23.11.2017 in die Stiftskirche St. Felicitas eingeladen.

Im vergangenen Jahr konnte der Heimatverein auf sein 90jähriges Bestehen zurückblicken und die Kath. Kirchengemeinde St. Georg die Renovierung der Stiftskirche St. Felicitas abschließen. Dies alles war Grund genug, Rückblick zu halten auf die abgeschlossenen und erfolgreichen Sanierungsarbeiten an der Stiftskirche sowie den Jubiläumsband der Schriftenreihe des Heimatvereins „St. Felicitas in Vreden,  Verehrung – Kirche – Kirchenschatz“ vorzustellen.

 

Die Stiftskirche ist somit in doppelter Weise zu zwei besonderen Anlässen in den Mittelpunkt gerückt worden. Daher ist auch ganz bewusst der alljährliche Gedenktag der hl. Felicitas für diese Veranstaltung gewählt worden.

 

Pfarrer Guido Wachtel sowie der Vorsitzende des Heimatvereins Guido Leeck begrüßten die große Anzahl der Anwesenden und sprachen allen Beteiligten ihren großen Dank aus.

 

Anschließend stellte der Billerbecker Architekt Gereon Rasche die Sanierungsmaßnahmen, die sich nahezu über vier Jahre hinzogen, in Wort und Bild beeindruckend und anschaulich dar.

 

Pfarrer Guido Wachtel schilderte hiernach eindrucksvoll seine ganz persönliche Beziehung zur hl. Felicitas und schlug hierzu den Bogen von Vreden nach Rom. Er ging der Frage nach wer die hl. Felicitas sei und was sie den Gläubigen in Vreden bedeute. Er erläuterte zudem, dass die Leidensgeschichte der hl. Felicitas Grund sei für die Verehrung als Patronin der Eltern, die ein Kind verloren haben. Hieraus haben sich die jährlichen Gedenkfeiern für verstorbene Kinder entwickelt. Die Stiftskirche ist somit auch ein Ort geworden, der das Andenken an verstorbene Kinder und Gesprächsangebote für betroffene Eltern ermöglicht.

 

Dr. Volker Tschuschke stellte hiernach sein Buchprojekt vor und gab einen Einblick in das Entstehen und die thematische Vielfalt des Stiftsbandes. Zu Beginn habe keinesfalls die Absicht bestanden, ein Buch zu schreiben. Es stand vielmehr die ernüchternde Erkenntnis, dass über Vreden schon viel geschrieben wurde, dass es aber gerade zum Stift noch große Wissenslücken gab.

Er erläuterte das umfangreiche Netzwerk, das er sich im Laufe seiner Forschung aufgebaut und oft von vielen Zufällen begleitet, ergeben habe. Es haben sich z.B. Kontakte u.a. von Kiel über Essen, Trier, Göttingen bis hin nach Rom entwickelt.

 

 

Es wurde aber nicht nur in der Entfernung geforscht, sondern Historiker und Studenten reisten nach Vreden um sich vor Ort ein Bild zu machen von der Stiftskirche und ihrem Kirchenschatz.

Aus all diesen langjährigen Forschungsarbeiten haben sich die Aufsätze entwickelt, die nun in dem Buch „St. Felicitas in Vreden“ zusammengefasst worden sind. Die Autoren haben sich mit vielen Facetten, die Stiftskirche betreffend, befasst. Dies sind u.a. das Felicitasretabel, der Vredener Marienleuchter, der Vredener Kirchenschatz oder die Heiligen und Reliquien aus den Vredener Kirchen St. Felicias und St. Georg.

 

Der sogenannte Stiftsband beinhaltet Beiträge von Julia von Ditfurth, Vera Henkelmann, Kirstin Mannhardt, Julia Matthes, Hedwig Röckelein, Matthias Schulz, Volker Tschuschke, Guido Wachtel, Doris Wintershoff und Lydia Zander.

 

 

Die interessanten Wort- und Bildbeiträge wurden den vielen Zuhörern in einer wunderbar illuminierten Stiftskirche nahe gebracht, ergänzt mit ausgesuchtem Orgelspiel von Karl-Heinz Orriens.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Felicitas in Vreden. Verehrung – Kirche – Kirchenschatz, Beiträge des Heimatvereins Vreden zur Landes- und Volkskunde Bd. 97, Vreden, ISBN 978-926627-77-3, 384 S., 182 meist farbige Abbildungen, 1 farbige Falttafel, Preis: 27,-- EUR.

Erhältlich im Vredener Buchhandel und im Museums-Shop im kult-Westmünsterland oder unter www.heimatverein-vreden.de

 

 

 

Bericht: Petra Depenbrock

 

Fotos: Christian Gewers

  • Marienleuchter
  • Straußeneireliquiar

 

Fotos: Richard Nienhaus

  • Vortrag Gereon Rasche
  • Dr. Volker Tschuschke, Guido Leeck, Pfarrer Guido Wachtel

 

Foto Justus Leeck:

  • Stiftskirche